Die schwarz-rot-goldene Bilderbuchkarriere

Die schwarz-rot-goldene Bilderbuchkarriere: René Zimmer, GM Finca Cortesin,

Fünf Sterne Hotel, Golf & Spa, Andalusien

René Zimmer (42) wollte zum Theater, hatte als Jugendlicher in Bautzen mit Nebenrollen erstes Geld verdient. Die Schauspielschule in Berlin lehnte seine Bewerbung ab: Zu jung sei er. Er fand bald heraus, dass Hotelier seine wahre Berufung ist. Kürzlich wurde er unter die „Top Ten der deutschen GM’s im Ausland“ gewählt

Die Lobby ist meine Bühne: Auftritt René Zimmer. Er kommt gerade aus Madrid von einer Abendveranstaltung. Kein Anzeichen von Müdigkeit. Sportlich elegant sein Outfit. Er ist sofort mitten drin im Gespräch:„Ich bin doch jeden Tag on stage!“

Seit April 2009 ist Zimmer GM jener 350 Millionen Euro-Investition einer spanischen Immobilien- und Bauindustriellenfamilie. Sein Weg dorthin war von der Vielfalt der Einsatzorte her betrachtet eher unspektakulär, aber nicht von der Vielfalt der Aufgaben und seinem gesunden Ehrgeiz.

Wanderzeit und Wanderwege im alten Lada führten ihn nach Bayern. Absagen, Hinhalten waren seine ersten Erfahrungen. Ein Ziel des gebürtigen Sachsen: Murnau am Staffelsee, der Alpenhof, ein 5-Sterne-Haus mit sterngekrönter Küche. Aufgebaut und geführt von Helmut Hofmann. René Zimmer wollte schon wieder gehen, als Hofmann die Treppe herunterkam und fragte: „Wer bist denn Du?“ Zimmer stellte sich vor, nannte seinen Berufswunsch und erzählte dass er aus dem Osten stammt. Wie auch Hofmann. Der nahm René an wie einen Ziehsohn. Es folgten zwei Jahre mit Sechzehn-Stunden-Tagen, an denen er jedes Detail der Arbeiten im Hotel lernte. Dazu Hotelfachschule in Garmisch. Außerdem chauffierte er Hofmann, der ihn eines Tages zu einer Behörde schickte. „Es geht um die Papiere einer Praktikantin aus Bilbao!“ Als die ins Auto stieg, wusste René sofort, dass sie die Frau seines Lebens ist. Inzwischen haben sie zwei Adoptivkinder, einen 12-jährigen Jungen aus Indien und ein neunjähriges Mädchen aus Nepal.

Nach Stationen in St. Petersburg (Grand Hotel Europe), in Deija auf Mallorca (La Residencia), Österreich und der Schweiz, ist René Zimmer heute der höchst erfolgreiche GM der Finca Cortesin und hat sogar noch Zeit für seine Leidenschaft Golf.

Mit dem Marketing musste er bei Null beginnen. Die Location wurde als Andalusien, nicht als Costa del Sol vermarktet. Dazu echtes Resort Feeling auf der Finca, durch den einen Kilometer entfernt gelegenen Beach Club. Und der auch für Spanien absolute Top Golf Course (18 Loch, Par 72), Standort einer Jack-Nicklaus- Akademie und Austragungsort der VOLVO Weltmeisterschaften. Und da muss René der Besitzerfamilie für die Konsequenz danken: Quality sells! Belegt durch Zahlen: Im Dezember 2013 lag die Durchschnittsrate pro Zimmer bei 508 € netto ohne Frühstück und Mwst., 2012 bei 448 €. In den Jahren zuvor war sie von 278 € weiter  nach oben geklettert, zu einer Krisenzeit, in der die etablierten 5-Sterne-Häuser der Region die Raten nach unten korrigieren mussten. Die Gäste akzeptieren das Preisgefüge: Die aktuelle Repeater-Quote von 38 Prozent zeigt steigende Tendenz. Der Umsatz von 17 Millionen Euro (Hotel und Golf Club) p.a. gibt René Zimmer ein Jahresbudget für Sales & Marketing von einer halben Million Euro.Im Hotel und Beach Club arbeiten 195 Angestellte, im Golf Club weitere 45. Das Hotel ist vom 6. Januar bis zum 10. Februar geschlossen, dann wird unter anderem renoviert. Der Golf Club bleibt geöffnet.

Gäste aus England, Spanien, Deutschland, den USA, Franzosen sowie Schweizer und Benelux-Bürger bilden die Klientel. Es fehlen die „Nouveaux Riches“, so gut wie keine Russen und Araber. „Unsere Gäste kommen zum Entspannen, Sport treiben, zum Essen und Trinken. Gezielt ungezwungenes Wohlfühlen. Spa, Dampfbad, Sauna, Massagen und Schneekamme, that’s it! Mit einem leichten Grinsen fügt er an: „Bloss keinen Doc, der dauernd Blutdruck misst und Kalorien vorgibt. Unsere Gäste wollen raus aus dem Anzug und relaxen!“ie Architekten der Besitzerfirma aus Madrid, Roger Torres und Ignacio Serra haben das Resort nach andalusischer Tradition gestaltet. Anregungen und Ideen hat der Inhaber weltweit gesammelt. Ein zwangloses aber dennoch elegantes Ambiente beseelt die großzügigen Zimmer. Die Loggia Maroccon Lounge ist dank ihrer offenen Bauweise auch bei Hitze immer kühl. Mittag im frühsommerlichen Südspanien, zwischen Malaga und Marbella. Die Sonne spiegelt sich in den beiden 50-und 35-Meter Pools des Resorts. Die satt blühenden Pflanzen schenken den üppigen Gartenanlagen eine aufregende Ruhe. Es stimmt alles. Das Original ist so faszinierend wie die Abbildungen im Hotelprospekt. Die Finca Cortesin: Man glaubt sie habe schon immer, wie ein andalusisches Landhaus dort gestanden.

Dass ein Resort, das das beste in ganz Europa werden will, eine exzellente Gastronomie braucht, ist nachvollziehbar. Mit Lutz Bösing aus Aachen hat Zimmer einen Treffer gelandet. Im „Jardin de Lutz“ bietet Bösing, der auch Supervisor für die beiden anderen Restaurants, das japanische „Kabuki Raw“ und das italienische „Don Giovanni“ ist, eine schnörkellos mediterrane Küche mit iberischen Akzenten. Sterne braucht Bösing nicht, er ist selbst ein Star.René Zimmer hat Fingerabdrücke hinterlassen. „Man kann sich nicht einen einzigen Tag gehen lassen, sonst ist man weg“, merkt er dazu an. Und die Zukunft? Vielleicht mal als Chef ins Waldorf-Astoria! Fünf Jahre in Andalusien, das ist für einen GM’ seines Alters keine Endstation. „Vorläufig gilt: Wir wollen das beste Resort in Europa werden! Weiß Gott, ob wir das schaffen, aber wir sind schon auf dem besten Weg!“

Finca Cortesin Hotel, Golf & Spa,Carretera de Castres km 2,29690 Málaga /Spanien

Telefon +34 952937800  www.fincacortesin.com Five-star Luxusresort mit 67 Suiten und sechs Villen, Junior Suiten ab 450 E pro Nacht inkl. Frühstück; exkl. 10 % Mwst. Golf Raten Green fee € 170,00

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