Kempinski will 2018 im großen Stil expandieren

59 Zimmer und Suiten wurden bereits 2017 neu gestaltet. 39 weitere werden heuer bis zum Sommer fertig sein. Schließlich soll das Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski München, das Bayern-König Maximilian II. dereinst als „nobelstes Hotel am Platze“ bauen ließ, im Rahmen seines 160-jährigen Bestehens in perfektem Glanz erscheinen.

Bei Kempinski nimmt das königliche Haus ohnehin eine besondere Stellung ein: Das Vier Jahreszeiten ist inzwischen das einzige Hotel, das sich im Besitz der Gruppe befindet (deren Hauptaugenmerk längst auf dem Management von Luxushotels und Residenzen liegt). So wurden jetzt auch im Münchner Flagship-Hotel, das mit Holger Schroth gerade einen neuen General Manager bekommen hat, die Kempinski-News für 2018 bekanntgegeben: Zu den 74 5-Sterne-Hotels in 32 Ländern werden vier neue exklusive Hotels dazukommen.

Bereits im März diesen Jahres wird das Kempinski Hotel Muscat mit 310 Zimmern und 42 Suiten im Oman eröffnet. Die Gäste können sich unter anderem auf acht Restaurants und Bars freuen, auf Omans einzigen 18-Loch-Golfplatz oder den mit 400 Liegeplätzen größten privaten Yachthafen des Landes.

Das Heritage Hotel Kempinski Yangon soll laut Unternehmensgruppe „Myanmars bestes Luxushotel“ werden. Das imposante 219-Zimmer- Gebäude, das 1927 als Justizpalast mit drei Stockwerke hohen Säulen erbaut wurde, befindet sich derzeit in der Endphase einer umfassenden Restaurierung, die nach über fünf Jahren im Frühsommer abgeschlossen sein soll.

Eine weitere Neueröffnung wird im Sommer das Hotel The Apurva Kempinski Bali sein, das inmitten von tropischen Gärten liegt. Neben 256 Zimmern gibt es 176 Suiten mit privaten Swimmingpools sowie 43 Villen. Wer exklusiv heiraten will, findet hier einen Ballsaal mit Meerblick sowie gleich mehrere Hochzeitskapellen.

Nummer vier ist schließlich das neue Emerald Palace Kempinski Palm Jumeirah Dubai, das ab Sommer das bereits 2011 eröffnete Kempinski Hotel & Residences Palm Jumeirah ergänzen wird. Das Palasthotel hat dann 389 Zimmer und Suiten, ein 175 Quadratmeter großes Hallenbad oder auch sechs Restaurants – darunter eines, das von dem französischen 3-Sterne-Koch und Gastrononomie-Unternehmer Alain Ducasse betrieben wird.

Der Expansion gehen Hotel-Verluste voraus

Wenngleich Kempinski zweifelsohne Expansionsstärke zeigt: Erst kürzlich, Mitte Dezember 2017, hat die Gruppe bekanntgegeben, dass die Hotels Falkenstein Grand und Villa Rothschild in Königstein sowie das berühmte Atlantic in Hamburg mittelfristig nicht mehr von Kempinski geführt werden. Der Grund für das Kempinski-Ende nach Ablauf der Management-Verträge Ende 2019 sowie 2020: Hausbesitzer und Klinikunternehmer Bernard gr. Broermann beziehungsweise Broermann Hotels & Resorts will in Partnerschaft mit Marriott eine eigene Spitzenhotel-Gruppe aufbauen.

Dazu sagte jetzt Bernold Schroeder, seit Mai 2017 stellvertretender Vorstandsvorsitzender und COO Europe von Kempinski auf Nachfrage der AHGZ: „Kempinski Hotels ist eine reine Managementgesellschaft und somit ergibt sich für die Zukunft kein Geschäftsmodell, das unserer langfristigen Strategie als Hotelbetreiber entspricht. Wir bedauern diesen Entscheid.“

Bedeutet vor allem die Trennung des legendären Hotel Atlantic für Kempinski nicht einen großen Verlust, gar einen Image-Schaden? „Klar ist dies in einer Großstadt wie Hamburg für uns ein Verlust“, so Schroeder zur AHGZ: „Aber wie jede andere internationale Hotelgruppe müssen wir bei einer Portfolio-Änderung dieser Art eine Strategie ausarbeiten, um die 220 Zimmer zu ersetzen. Einen Image-Schaden sehe ich darin auf keinen Fall, sondern eher ein klares und ehrliches Bekenntnis zu unserem bestehenden Business-Modell einer Management Company. Als diese müssen wir zu unserer tiefsten DNA stehen.“

Hierzu zähle natürlich auch die Qualität. Bernard Schroeder: „Erst kürzlich haben wir uns bei Vertragsablauf von unserem Kempinski Hotel in Ajman getrennt, weil der Betrieb nicht mehr unseren stets steigenden Qualitätsstandards entsprochen hat.“

Formal ist das Hotel in Ajman, im kleinsten der Vereinigten Arabischen Emirate, inzwischen in der Tat kein Kempinski-Hotel mehr, doch übernommen hat es ein Duo, das lange in hohen Positionen für die Gruppe tätig war: die einstigen Kempinski-Chefs Reto Wittwer und Ulrich Eckhardt. Für sie ist das ehemalige Kempinski-Hotel jetzt das erste Haus ihrer neuen Marke Blazon Hotels (AHGZ berichtete). Annette Baronik AHGZ

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