Größter Biosphärenpark Österreichs von der UNESCO anerkannt

Der Lungau hat am 11. Juli 2012 in Paris Geschichte geschrieben. Da erhielt der Salzburger Lungau gemeinsam mit den Kärntner Nockbergen die UNESCO Auszeichnung zum „Biosphärenpark – Modellregion für nachhaltige Entwicklung“  Ein Meilenstein für die regionale Entwicklung des südlichsten Salzburger Bezirks. Man ist nun einer von weltweit insgesamt 598 Biosphärenparks in 117 Ländern.

Nach insgesamt 8jährigen intensiven Vorarbeiten gab es in Paris die langersehnte positive Nachricht. Insgesamt wurden 20 neue Regionen aus Europa, Afrika, Amerika und Asien in die Liste der Unesco aufgenommen. Das gab der Internationale Koordinierungsrat des Unesco-Programms "Der Mensch und die Biosphäre" gestern, Mittwoch, 11. Juli, in Paris bekannt.

Unter dem Vorsitz der Ägypterin Boshra Salem wurde der Biosphärenpark Salzburger Lungau und Kärntner Nockbergen im UNESCO Hauptquartier im Beisein von Josef Fanninger (links) und  Dietmar Rossmann anerkannt.

Unter dem Vorsitz der Ägypterin Boshra Salem wurde die länderübergreifende Einreichung vom Salzburger Lungau und den Kärntner Nockbergen im UNESCO Hauptquartier im Beisein von Josef Fanninger und  Dietmar Rossmann (siehe Foto), den Verantwortlichen in den beiden Bundesländern, positiv beurteilt. Ab sofort sind sich der Salzburger Lungau und die Kärntner Nockberge Teil dieser besonderen Regionen auf der ganzen Welt, die sich durch ihre Schönheit, Ursprünglichkeit und Authentizität auszeichnen. Das Unesco-Gremium würdigte dabei besonders, dass die Bevölkerung intensiv in die Ausweisung des Parks einbezogen worden war.

Unter den neu aufgenommenen Gebieten befinden sich neben dem Salzburger Lungau und den Kärntner Nockbergen beliebte Urlaubsziele wie die spanische Kanaren-Insel La Gomera oder das Flussbett der Dordogne im Südwesten Frankreichs. Weitere Informationen sind auf der Website der Österreichischen Unesco-Kommission verfügbar.

Schon 2010 wurde die Initiative Biosphärenpark mit dem Kulturlandschaftspreis 2010 ausgezeichnet. Österreichweit wurden dabei die besten Projekte zum Thema "Kulturlandschaft und biologische Vielfalt", die zu einer positiven Entwicklung des ländlichen Raums beitragen, gesucht. Die Initiative "Biosphärenpark Lungau" siegte in der Kategorie "Kulturlandschaft & Visionen 2020".

Große Zustimmung für Biosphärenpark

Das Projekt Biosphärenpark wird vom gesamten Lungau mitgetragen. "Alle Lungauer Gemeinden und Tourismusverbände bekennen sich zu dem Projekt Biosphärenpark", sagte Mauterndorfs Bürgermeister Wolfgang Eder, der als Obmann dem Regionalverband Lungau vorsteht und gemeinsam mit Geschäftsführer Mag. Josef Fanninger einen maßgeblichen Motor des Biosphärenparkprojekts im Lungau darstellt.

Um die Einzigartigkeit des Lungaus zu erhalten und zu vermitteln, hat der Regionalverband Lungau das Projekt Biosphärenpark Lungau wieder aufgegriffen. Die Idee hat schon Geschichte und geht auf die private Initiative einiger engagierter Lungauerinnen und Lungauer zurück.

Vorteile für die gesamte Region

Das Unesco-Prädikat hat viele Vorteile. Neben der Bewusstseinsbildung für einen nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen der Region geht es um ein Qualitätsprädikat für den Tourismus. So werden neben dieser wichtigen Auszeichnung Netzwerke und Kooperationen entstehen, um den ansässigen Betrieben ein Gütesiegel für Regionalität und Qualität zu bieten.

Im globalen Tourismus-Wettbewerb wird es für kleinere Regionen immer schwieriger, das Interesse potenzieller Urlaubsgäste auf die eigenen Angebote zu lenken. Als starke Motoren können hier internationale Auszeichnungen und Prädikate wie der Unesco-Biosphärenpark dienen. Eine mit diesem Prädikat ausgezeichnete Region darf den Beinamen "Modellregion für nachhaltige Entwicklung" führen.

Biosphäre als umfassendes Qualitätssigel

Biosphäre heißt Lebensraum und bedeutet einen wertvollen Bereich für Mensch und Umwelt sowie für Wirtschaft und Tradition. Um als potenzieller Biosphärenpark anerkannt zu werden, müssen gewisse Kriterien wie die Festlegung von Naturschutzgebieten erfüllt werden. So muss ein Biosphärenpark zu mindestens fünf Prozent aus Kernzone (Naturschutzgebiet) und zu mindestens 20 Prozent aus Pflegezone (Landschaftsschutzgebiet) bestehen. Der Rest ist die Entwicklungszone, in der sich die Wirtschaft dynamisch weiterentwickeln soll. Im Lungau liegen zum Beispiel 100 Prozent der Skigebiete in dieser Entwicklungszone, damit hier die Weiterentwicklung in diesem für den Lungau wichtigen Bereich aktiv betrieben werden kann.

Zur Philosophie eines Biosphärenparks gehören folgende Merkmale: die Erhaltung von Landschaft, schützenswerter Lebensräume, Kulturlandschaft, Land- und Forstwirtschaft, kultureller Vielfalt und Brauchtum, die Entwicklung der Regionen unter besonderer Berücksichtigung der natürlichen Ressourcen und Einbeziehung der Bevölkerung, von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen, des Tourismus und der ansässigen Betriebe wie Handwerk, Gewerbe, Dienstleistung, die Partizipation, gemeinsames Gestalten und Sensibilisierung für laufende Entwicklung der Bevölkerung sowie Koordination und Kooperation der touristischen, wirtschaftlichen, bildungs- und forschungsrelevanten Aktivitäten und Projekte.

Biosphärenpark-Management

Die Trägerschaft für den Biosphärenpark Lungau bildet der Regionalverband.

Dem Verband gehören alle 15 Gemeinden des Lungaus an. In das Biosphärenpark-Management werden die Bereiche Tourismus, Land- und Forstwirtschaft, Wirtschaft, Bildung, Forschung, Wissenschaft, Kultur, Brauchtum und Tradition mit einbezogen. Kulturlandschaft erhalten, wirtschaftliche Lebensgrundlage sichern, die Beständigkeit wertvoller Lebensräume und nachhaltige Weiterentwicklung der Region sind die vorrangigen Ziele des Regionalverbandes Lungau mit der Implementierung eines Biosphärenparks im Lungau.

 

Link: Webportal der  österreichischen Biosphärenparks

 

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