Gengenbacher Winzer stimmen Fusion mit Fessenbach zu

„Der Jahrgang 2013 war mit 86 Kilogramm pro Ar die kleinste Ernte seit 1997“, skizzierte Geschäftsführer Jochen Basler noch einmal die Gründe für den Umsatzrückgang. „Das ist allein dem fehlenden Wein und den fehlenden Trauben geschuldet.“ In diesem Jahr konnten 97 Kilogramm Trauben pro Ar geerntet werden. „120 Kilo hätten wir uns gewünscht.“ Basler machte vor den Mitgliedern deutlich, dass auch in Zukunft weitere Preiserhöhungen notwendig sind, will man dauerhaft die Existenz der Winzer sichern. „Wir müssen in der Ortenau mittelfristig zu einem Mindestpreis von fünf Euro pro Flasche Wein kommen, wenn wir den Weinbau so erhalten wollen wie er heute ist.“

Gut entwickelt hat sich der Umsatz beim Endverbraucher. Dieser konnte weiter gesteigert werden. Um zehn Prozent gestiegen ist auch der durchschnittliche Erlös pro Liter Wein. Die Genossenschaft schloss das Geschäftsjahr mit einem Umsatz von knapp unter sechs Millionen Euro ab. „Alles was perlt“, das heißt Sekt und Secco sowie Weißweine, sind die Renner bei den Kunden. Dagegen ist der Markt für Rotweine weiter leicht rückläufig. Diese Entwicklung beobachte man schon seit Jahren und reagiere entsprechend bei Neuanpflanzungen. Die neuen Produkte wie die drei Weine der „Jungen Linie“ mit pfiffiger Aufmachung laufen sehr gut. Hier wurde im Mai erstmals gefüllt. Nun ist bereits die dritte Abfüllung im Verkauf. Die Weine sprechen vor allem jüngere Käuferschichten an, berichtete Basler. In der edlen Von-Bender-Edition sind mit dem 2012er Merlot und dem Spätburgunder Rotwein nun die ersten Rotweine im Verkauf. Die Edition wird vor allem von

Privatkunden und der Gastronomie geschätzt. Der Spätburgunder ist, obwohl erst seit kurzem im Verkauf, schon jetzt nahezu ausverkauft.

Das Augenmerk liege in nächster Zeit vor allem auf der weiteren Überarbeitung der Produktausstattung.Basler bekräftigte auch das Bekenntnis der Gengenbacher Winzer eG zum Tourismus. Die Vinothek in der Altstadt wird wieder in Eigenregie bewirtschaftet. Mit einer gelernten Restaurantfachfrau und ausgebildeten Sommelière hat man für diese Aufgabe eine Fachfrau am Start. Gerade der aktuelle Adventskalender beschere „schöne Umsätze“.

Die Fusion: Mit deutlicher Mehrheit hat die Generalversammlung der Gengenbacher Winzer eG am Montagabend einer Fusion mit der Fessenbacher Winzergenossenschaft zugestimmt. 81,4 Prozent der rund 300 abgegebenen Stimmen der anwesenden Winzerinnen und Winzer hatten für die Verschmelzung votiert, nachdem in den vergangenen Wochen und Monaten die Verschmelzung in verschiedenen Veranstaltungen für die Winzer intensiv diskutiert worden war. In Fessenbach bleiben Traubenannahme, Produktion und Barverkauf erhalten, solange dies wirtschaftlich sinnvoll ist, so lautet die in diesen Fällen übliche Formulierung im Verschmelzungsvertrag. Vorstandsvorsitzender Horst Seger aus Diersburg und der stellvertretende Vorsitzende Reiner End aus Zell-Weierbach sprachen sich vor der Versammlung nochmals deutlich für die Fusion aus. Der Strukturwandel im Weinbau fordere solche Verschmelzungen geradezu heraus, denn immer mehr ältere Winzer hören auf. Auch der Kostendruck nehme ständig zu. Um die Existenzen der Winzer zu sichern, müssten Kostenoptimierungen her. Seit Mitte des Jahres kooperiere man bereits mit der Winzergenossenschaft Fessenbach, um Verwaltung, Logistik und Vertrieb gemeinsam und damit kostendämpfend aufzustellen. Es gelte, den Terroir-Charakter der Fessenbacher Weine auch nach der Fusion weiter zu erhalten.

Die Fessenbacher Winzer haben am gestrigen Dienstagabend über die Fusion abgestimmt. Erst wenn hier auch mehr als 75 Prozent der anwesenden Mitglieder der Fusion zustimmen, ist die Fusion beschlossen.

Ehrungen: Wilfried Ehrhard, Konrad Riehle und Gebhard Sester wurden nach langjähriger Tätigkeit in den Ruhestand verabschiedet. Verabschiedet wurde auch der langjährige zweite Kellermeister des Zell-Weierbacher Kellers, Klemens Litterst. Er will sich künftig zusammen  mit Sohn Nikolas, gelernter Winzer, mehr dem eigenen Weinbaubetrieb widmen und übernimmt darüberhinaus noch eine neue berufliche Aufgabe. Als Aufsichtsrat bleibt er der Gengenbacher Winzer eG aber erhalten.Für zehn Jahre Mitarbeit wurden Pia Schwendemann und für 15 Jahre Klaus Spitzmüller geehrt.

]Zahlen :Derzeit 250 Hektar im Ertrag -667 Mitglieder

Die Versammlung der Gegnenbacher Winzer eG verabschiedete und ehrte treue Mitarbeiter, v.l. Mirjam Broß, Vorstandsvorsitzender Horst Seger, Zweiter Kellermeister Klemens Litterst, Geschäftsführer Jochen Basler, Pia Schwendemann, Wilfried Ehrhard, Hanna Mussler, Gebhard Sester und Konrad Riehle.

Foto: suwa

Kontakt: GF Jochen Basler

Mobil 0160 96863544

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