Das Fritz Lauterbad bringt Budgetdesign in den Schwarzwald

Jetzt ist raus, wie es mit dem Waldhotel Zollernblick weitergeht: Im Herbst vergangenen Jahres von Steffen Schillinger gekauft (AHGZ berichtete), will dieser nun ein Budgetdesign-Hotel aus dem Objekt machen. „Wenn ich hier etwas mache, war klar, dass ich es neu mache“, sagt Schillinger.

Unter dem Namen Fritz Lauterbad plant der 33-jährige Hotelier eine Kombination aus Alt- und Neubau mit einem smarten Luxus-Konzept, dass es in der Gegend so noch nicht gibt. Für die Eröffnung hat er Winter 2018 anvisiert. Insgesamt will Schillinger einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag in das Projekt investieren.

Urbanes Flair trifft Schwarzwald

Eine Art Budgethotel, in dem "Urban Soul auf Black Forest trifft", schwebt dem jungen Hoteleigentümer vor. Die Ideen dafür hat er von den unzähligen Reisen, die er in den vergangenen Jahren tätigte. Inspiriert haben ihn Marken wie CitizenM, 25hours, Motel One, Ruby und auch die Hotels Daniel und Schani in Wien, berichtet er.

In Freudenstadt will Schillinger nun sein ganz eigenes Hotel kreieren, mit „Wohlfühl-Lounge-Charakter“, wie er es nennt. Das alte Zollernblick-Stammhaus – ein Sandsteinbau im Schwarzwaldstil – wird dabei über einen Glaskubus mit einem Neubau verbunden, wie erste Renderings zeigen. Der Glaskubus wird dabei zugleich Rezeption und Bar beherbergen. Hier kann der Gast künftig beim gleichen Mitarbeiter einchecken, der ihm später auch den Drink bereitet. Steffen Schillinger will Allrounder an der Rezeption, insgesamt sieht er rund 35 Mitarbeiter für sein Konzept vor.

Das Fritz Lauterbad wird insgesamt über 71 Zimmer mit Panoramablick auf die Schwäbische Alb verfügen, allein 49 Zimmer befinden sich im neuen Anbau. Da die großstädtische Szene in Freudenstadt fehle, will Schillinger das mit Großzügigkeit in der Gestaltung auffangen. „Die Zimmer mit Panoramafenster werden im Schnitt 35 bis 70 Quadratmeter groß sein“, sagt er. „Die Übernachtung kostet zwischen 70 und 110 Euro pro Person inklusive Frühstück.“ Als durchschnittliche Aufenthaltsdauer forciert er zwei bis drei Nächte.

Konzept mit vier Lounges

Dazu sieht Schillinger vier Lounge-Konzepte für das Hotel vor: von der Bar-Lounge mit viel Glas und Panoramablick über die Wohnzimmer-Lounge mit Kuschelzonen und Bücherregal sowie eine Bistro-Lounge als Ort des Genusses und der Begegnung bis hin zur Smoker-Lounge mit historischen Decken. Hinzu kommen ein 1000 Quadratmeter großer Spa mit einem Outdoor-Infinity-Pool, Tagungsräume, ein Panorama Gym und ein Meditations-Yogaraum.

Des Weiteren setzt Schillingers Konzept auf minimale Dienstleistung. „Kein Gourmetrestaurant, dafür mehr Do-it-yourself, das ist der Ansatz“, sagt er. Das umfasst auch ein Speisekonzept mit internationalen Gerichten wie Hummus, Falafel, Antipasti und mehr, die rund um die Uhr an ein Buffet in der Bistro-Lounge verfügbar sein werden. Für die Küche bedeute das kalkulierbare Produktions- und für die Mitarbeiter geregelte Arbeitszeiten, so der Hotelier.

Die Idee zum neuen Hotel hatte Schillinger bereits vor zwei Jahren. Mittlerweile sind seine Pläne soweit gediehen, dass nur noch die Genehmigungen für die Zuschussanträge seitens der KfW und aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) fehlen. Mit der Baufreigabe rechnet der Hotelier für Juli, im Dezember will er bereits mit dem Rohbau fertig sein.

Der Umbau erfolgt nach den Plänen des Architekturbüros Archis aus Karlsruhe, die Bauleitung hat das Architekturbüro Detlef Brückner aus Freudenstadt übernommen. Die Vorplanungen für den Innenausbau laufen. Einbezogen sind hier die Hoteleinrichter von Ziefle Koch, außerdem wurde eine Partnerschaft mit der Möbelmarke Rolf Benz aus Nagold geschlossen. "Rolf Benz stattet das Hotel mit seinen Möbeln aus, so dass wir als Referenzobjekt für die Produkte fungieren werden", erläutert Schillinger die Idee.

Der Umbau des Waldhotels Zollernblick zum Fritz Lauterbad wird bei laufendem Betrieb stattfinden. Für Herbst 2018 plant Schillinger zuletzt noch eine kurze Komplettschließung, um auch das Haupthaus herzurichten. Danach kann es ihm zufolge mit dem Soft Opening losgehen.

Und was hat es mit dem Namen „Fritz Lauterbad“ auf sich? „Mein Großvater hieß Friedrich, Spitzname Fritz, und mein zweiter Vorname ist auch Friedrich“, erläutert Steffen Schillinger. „Fritz sit international geläufig, dabei aber zugleich auch schwäbisch. Es ist ein alter Name, der heute wieder modern ist.“ Schillinger weiter: „Ich will eine Marke kreieren und Fritz Lauterbad passt auch klangmässig zu unseren anderen Betrieben, dem Hotel Lauterbad und der Berghütte Lauterbad."

Mit dem Fritz Lauterbad kommt ein weiteres Standbein zum Hotelunternehmen der Familien Heinzelmann-Schillinger hinzu, die in Freudenstadt bereits das Wellnesshotel Lauterbad und die Berghütte Lauterbad betreiben. Im Waldhotel Zollernblick mit Seminarzentrum, Restaurant und 50 Zimmern waren sie viele Jahre als Pächter aktiv, bevor Steffen Schillinger als neuer Eigentümer die Immobilie übernahm.

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